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Paralympics: Pistorius mit Staffel zu Gold und Weltrekord!

Im Stadion von London schafft die südafrikanische Staffel Gold und einen neuen Weltrekord - Foto von: © Bauer Alex - Fotolia.com

Im Stadion von London schafft die südafrikanische Staffel Gold und einen neuen Weltrekord - Foto von: © Bauer Alex - Fotolia.com

Der Superstar der Paralympics in London, Oscar Pistorius aus Südafrika, hat es geschafft. Der Läufer mit den Unterschenkelprothesen gewann als Mitglied der südafrikanischen 4×100 Meter Staffel Gold mit seiner Mannschaftund das in Weltrekordzeit. Das Team lief die Distanz in 41,78 Sekunden. Als Schlussläufer besiegte der 25-jährige den Brasilianer Alan Oliveira, der ihn wenige Tage zuvor noch auf der 200 Meter Sprintdistanz auf den zweiten Platz verwiesen hatte.

Deutsche Bronzemedaille am grünen Tisch

Hinter Südafrika und Brasilien belegte die US-Staffel den dritten Rang, gefolgt von China und Deutschland. Nachträglich wurde die brasilianische und US-amerikanische aber wegen irregulärer Wechsel disqualifiziert, was die Silbermedaille für China und Bronze für Deutschland am grünen Tisch bedeutete. Die deutsche Auswahl trat in der Besetzung Markus Rehm, Heinrich Popow, David Behre und Wojtek Czyz an und kam mit einer Zeit von 45,23 Sekunden ins Ziel. Popow dazu: „Das ist Wahnsinn. Schon mit der Zeit hätte es gar nicht besser laufen können, denn wir hatten als einzige Staffel zwei Oberschenkel-Amputierte dabei.” Czyz ergänzte: „Das war ein richtig geiler Lauf.”

Pistorius`Kampf um Olympia-Teilnahme

Wenige Stunden vor dem Finale der Staffeln hatte Pistorius bereits die Qualifikation für das 100-Meter-Rennen mit einem Sieg im Vorlauf erfolgreich absolviert. Pistorius, der auch als „fastest man without legs“ und „Bladerunner“ bezeichnet wird, erlangte internationale Bekanntschaft beim Versuch, sich über ein Gerichtsurteil die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking zu ermöglichen. Diese wurde ihm verweigert, doch der internationale Sportgerichtshof CAS hob diese Entscheidung mit der Begründung auf, die Prothesen böten zwar gewisse läuferische Vorteile, hätten jedoch in anderen Rennsituationen auch deutliche Nachteile im Vergleich zur menschlichen Anatomie. Durch die kurze Zeit zwischen Urteil und olympischen Wettkämpfen schaffte es Pistorius damals nicht, die nötigen Qualifikationsnormen zu erfüllen. Bei den Spielen in London gelang ihm dieses und er startete als erster beidseitig amputierter Athlet bei Olympischen Sommerspielen.

Nach der Friedrich-Nominierung: Es brodelt im Hochsprung

© emeritus2010 - Fotolia.com

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Die Nominierung von Ariane Friedrich, Hochsprung-Rekordhalterin, als Vertreterin des deutschen Hochsprungs bei den diesjährigen olympischen Spielen in London hat nun für einige Kritik gesorgt. Denn die Hochsprung-Athletin reist nur mit einer Wildcard nach England. So gab der Deutsche Olympische Sportbund einem Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes auf eine Ausnahmeregelung für Friedrich statt. Diese war aufgrund eines Magen-Darm-Infektes nicht bei den Europameisterschaften in Finnland dabei und konnte bisher auch nicht die Norm von 1,95 Metern erreichen.

Vor allem Ulrike Nasse-Meyfarth und Rainer Henkel kritisieren Friedrich und deren Nominierung scharf. Rainer Henkel, Ex-Mann von Heike Henkel, bemängelt vor allem, dass Friedrich nur hochgejubelt werde, aber wenn es  wirklich darauf ankommt, keine Leistung zeigen würde. Ulrike Nasse-Meyfahrt, selbst Olympiasiegerin im Hochsprung, glaubt außerdem, dass Friedrich auch wegen ihres schrillen Äußeren bevorzugt wurde. Was die Betroffene selbst sagt ist nicht bekannt. Ariane Friedrichs Trainer Günter Eisinger hat bis zum Beginn der Spiele eine Pressesperre erteilt. Er sieht die Zulassung Friedrichs zu Olympia gerechtfertigt. Aufgrund ihrer früheren Leistungen und weil sie in dieser Saison zweimal die B-Norm erfüllen konnte. Diese liegt bei 1,92 Meter. Außerdem hat Friedrich bereits die amtierende Hallenweltmeisterin Chaunte Lowe besiegt.

Bisher wurde Friedrich auch nur per Telefon über die Nominierung informiert, eine offizielle Einladung fehlt noch. Trotzdem steht die Reise nach London fest im Terminplan der deutschen Hochspringerin. Bis zu Olympia bliebt noch etwas Zeit zu trainieren. Am 9. August um 9:30 Uhr morgens beginnt die Qualifikation für das Finale im Hochsprung der diesjährigen Olympischen Sommerspiele in London. Friedrich’s Ziel ist eine Platzierung unter den besten 12, denn nur so kann sie auch ins Finale am 11. August einziehen. Ihr Trainer ist zuversichtlich, dass sie die verlangte Höhe von 1,95 Metern, trotz aller Kritik, erreichen wird.      

Olympia für die deutschen Volleyballer?

© terex - Fotolia.com

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Am kommenden Wochenende wird es ernst für die deutschen Volleyballer. In Berlin bekommen sie die letzte Chance, doch noch bei den Olympischen Spiele in Londen dabei zu sein. Beim Qualifikationsturnier in der Max-Schmeling-Halle müssen sich die deutschen Männer gegen die Teams aus Indien, Kuba und Tschechien durchsetzen, um nach 2008 in Peking auch bei der Olympiade in Großbritanniens Hauptstadt teilnehmen zu dürfen. Ganz nebenbei würde sie dem deutschen Ballsport behilflich sein, denn der wird in London nur mager vertreten sein. Weder Fuß- oder Hand- noch Basket- oder Wasserball: deutsche Beteiligung sucht man vergeblich. Einzig die Hockey-Mannschaften der Damen und Herren halten die deutsche Fahne hoch.

Wenn alles gut läuft, werden auch die deutschen Volleyballer ins olympische Spielgeschehen eingreifen können. Vorher aber muss alles passen. Schon gegen Indien stehen die Deutschen unter enormen Druck, hoffen aber auf ihre Heimstärke und die Unterstützung zahlreicher Fans. Mit Kuba wartet am Sonnabend ein harter Gegner, den man bereits in der Qualifikation für 2008 bezwingen konnte. Aber auch Tschechien darf nicht unterschätzt werden. Drei Siege und der olympische Traum wäre perfekt.

Dass die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen überhaupt noch die Chance auf Olympia bekommen würde, hätte man angesichts des ernüchternden Ergebnisses bei der EM im vergangenem Jahr und des vorzeitigen Ausscheidens als Letzter der Vorrunde kaum denken können. Doch dem starken Aufwärtstrend mit dem Sieg beim Turnier in der Weltliga sei Dank. Der erst im November 2011 ins Amt gekommene Heynen kann es selbst kaum fassen und sieht allein schon die Teilnahme an dem letzten Quali-Turnier als Riesenerfolg und will so wohl auch ein Stück weit Druck von seinen Jungs nehmen.

Farbenfroh: Das Olympiateam 2012

© Arno Bachert - Fotolia.com

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Ganz London ist in Aufregung, schließlich stehen der Metropole an der Themse die Olympischen Spiele 2012 bevor. Immer mehr Neuigkeiten sickern derweil durch und versprechen so frohe und vor allem bunte Wettkämpfe wie selten. Vor vier Jahren waren es Männer in grauen Anzügen, die auf der Olympiade in Peking Deutschland repräsentierten. Auch die Frauen waren in einem vorsichtigen Orange und Weiß. In London hingegen wird es viel Farbe geben: So will die deutsche Mannschaft in Pink und Hellblau auftreten.

Probeschauen konnte man schon einmal in der Düsseldorfer Messe, wo kürzlich von 21 Sportlern das Outfit der deutschen Truppe in London präsentiert wurde. Alles ist komplett neu: Jacken, Hosen und Schuhe sind so lebendig und bunt wie selten.

Für das Kostüm ist nicht wie vor vier Jahren Betty Barclay zuständig, sondern Willy Bogner. Der ist seit den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen im Jahre 1936 durchgängig für die Outfits der Wintersportler zuständig gewesen und darf dieses Jahr erstmals auch zeigen, dass ihm ebenso der Sommer liegt. Nach der Modeschau in Düsseldorf ist klar, dass es sich dabei um eine ausgezeichnete Wahl handelt und Bogners Kostüme alles andere als enttäuschen.

Dass Olympia farbenfroh und ausgelassen sein darf, scheint sich Willy Bogner zum Motto gemacht zu haben: Pink und hellblau dominieren die Jacken und sind ja ohnehin Trendfarben. Rund 400 Sportler, 170 Teilnehmer der Paralympics und die mehr als 400 Betreuer bekommen das Outfit, das mit zahlreichen Accessoires rund 70 Einzelstücke umfasst. Neben dem Outfit von Bogner sind auch Produkte von Adidas und dem Schuhhersteller Sioux vertreten. Insgesamt kosten die Outfits rund zwei Millionen Euro und machen damit ein Drittel der Gesamtkosten für das deutsche Olympia-Team aus. Besonders engagierte Sportbegeisterte können sich auch Original-Outfits bestellen: Jedenfalls mit genug Kleingeld. Die hellblaue Wendejacke „London“ gibt es zum Beispiel ab 649 Euro. Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich das deutsche Team in London so lebendig zeigt wie ihre Outfits!