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Schwimm-WM 2011

Kaum ein sportliches Ereignis wurde in den letzten Jahren von so vielen Schreckensnachrichten überschattet wie die Schwimm-WM in Shanghai. Die Nachricht vom plötzlichen Tod Amy Winehouses, Bombenanschläge in Oslo, das furchtbare Attentat auf Jugendliche auf einer norwegischen Ferieninsel. Als ob er der Welt zeigen wolle, dass sich die Norweger dennoch nicht unterkriegen lassen, legte Dale Oen beim Finale über 100 Meter Brust eine weltrekordsnahe Leistung hin: er schwamm die Strecke in nur 58,71 Sekunden. Der 26-jährige, der bereits Olympia-Silber holte, schien sowohl bei der Siegerehrung als auch in zahlreichen Interviews sehr ergriffen. Es war ihm anzumerken, dass er mühsam um Fassung rang. Er selbst schilderte das Erleben dieser Tage als sehr belastend, denn alles habe ihn „an zu Hause“ erinnert. Um dem Team die seelische Belastung zu nehmen, waren im Umfeld der norwegischen Schwimmer viele klärende Gespräche geführt worden. Oen dankte dem gesamten Mitgliedsstab für die große Unterstützung. „Dennoch denkt man immer an daheim, es bleibt schwer“, so der norwegische Schwimmer. Oen betonte in mehreren Interviews, dass man trotz aller Tragödie weitermachen müsse, damit es „diesem Kerl nicht gelinge, die Zukunft Norwegens zu ruinieren“.

Schwimmen / Michael Lokner

Den zweiten Platz im 100- Meter Brustschwimmern belegte der Italiener Fabio Scozzoli, Dritter wurde der Südafrikaner Cameron van der Burgh. Die deutschen Schwimmer Hendrik Feldwehr und Christian vom Lehm waren beide im Halbfinale bzw. im Vorlauf ausgeschieden.

Auch in anderen Disziplinen hatten die Deutschen diesmal wenig Glück: beim 50 Meter Schmetterling wurde Steffen Deibler nur Sechster, was den Hamburger, der einen Medaillenrang nur um 0,2 Sekunden verpasste, schwer enttäuschte. Den Sieg trug der höchst kontrovers diskutierte Olympiasieger Cesar Cielo davon. Der Brasilianer war erst in der vergangenen Woche nach einer positiven Dopingprobe zum Start zugelassen worden.