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Olympische Spiele im Miniformat? – Europaspiele geplant

Baku möchte angeblich mögliche Europäische Spiele austragen

Baku möchte angeblich mögliche Europäische Spiele austragen

Die olympischen Spiele sind – ob Sommer, ob Winter – ein Ereignis, das sich alle zwei Jahre großer Beliebtheit erfreut. Natürlich vor allem aufgrund zahlreicher sportlicher Höchstleistungen in den verschiedensten Sportarten. Aber vielleicht auch deswegen, weil sie nur alle zwei Jahre stattfinden und sie deshalb ebenfalls etwas Besonderes sind.

Welchen Sinn machen Europäische Spiele?

Das Europäische Olympische Komitee (EOC) möchte diese „Wartezeit“ nun verkürzen und denkt über „Europäische Spiele“ nach. Schon seit Jahren wird über Pro und Contra dieser neuen Veranstaltung gestritten, nun steht eine Entscheidung unmittelbar bevor. Bei der 41. Generalversammlung in Rom, an der mehr als 400 Delegierte aus allen Mitgliedsländern teilnehmen werden, wird verkündet, ob Europa sich über ein neues sportliches Event, nun ja, „freuen“ darf oder nicht. Die Euphorie könnte nämlich angesichts der Negativ-Aspekte, die den „Europäischen Spielen“ zugeschrieben werden, etwas spärlich ausfallen. Einer dieser Negativ-Punkte liegt für Sportfans auf der Hand: Viele große Sportarten richten schon eigene Europa- und Weltmeisterschaften aus. Und dann eben noch die olympischen Spiele. Das sollte doch erstmal reichen.

Aserbaidschan als Gastgeberland?

Die negative Meinung teil unter anderem der europäische Verband der Leichtathletik EAA. Der sprachen sich einstimmig gegen die Teilnahme der Leichtathleten an den Europäischen Spielen aus. DLV-Präsident Clemens Prokop brachte die wahrscheinliche Schlussfolgerung auf den Punkt: Europaspiele wären eine Farce ohne Leichtathleten, würde man den hohen Stellenwert derselben bei den Olympischen Spielen betrachten. Da könnte er nicht Unrecht haben. Zumal nicht nur nahezu alle Sportarten der Leichtathletik eigene Meisterschaften veranstalten, denn dies tun auch Fußball, Handball, ja sogar Rudern – Welche Sportarten blieben dann noch übrig? Vorbilder gibt es zwar, wie die Afrikanischen Spiele, die Asien-Spiele oder die Panamerikanischen Spiele, doch es ist fraglich, ob sich solch eine Veranstaltung auch in Europa durchsetzen wird. Sogar ein Austragungsort würde schon feststehen. Gerüchten zufolge bietet Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans, sich als Austragungsort an. Nicht auf Kosten der Steuergelder, sonder finanziert durch eine Privatperson.

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Rio 2016 ohne britisches Fussballteam?!

Unter britischer Flagge werden die Fußballer so schnell nicht wieder auflaufen

Unter britischer Flagge werden die Fußballer so schnell nicht wieder auflaufen

Die diesjährigen Olympischen Spiele in London waren in allen Belangen ein riesiger Erfolg. In fast allen Bereichen, muss man hinzufügen. Denn man startete einen sportlichen Versuch, den es seit 41 Jahren nicht mehr gegeben hatte. Im Fußball trat sowohl bei den Männern als auch den Frauen ein gesamtbritisches Team an. Das Ziel war es, Engländer, Schotten, Waliser und Nordiren unter einen Fußball-Hut zu bringen und damit ein positives Zeichen zu setzen. Der sportliche Erfolg indes blieb aus, beide Teams schieden bereits im Viertelfinale des olympischen Turnieres relativ sang- und klanglos aus.

Briten-Team ohne Schotten und Nordiren

Nun ist wohl bereits eine Entscheidung für die nächsten Spiele im Jahr 2016 in Rio de Janeiro gefallen – und zwar gegen ein erneutes Antreten eines gesamtbritischen Fußballteams. Der englische Verband ließ bereits verlauten, dass alle englischen Fußballer stolz darauf seien, für „ihr“ England auflaufen zu dürfen. Zudem fürchten die übrigen britischen Verbände der Staaten Schottland, Wales und Nordirland eine Benachteiligung. Nicht zu Unrecht, bestand die diesjährige Mannschaft doch lediglich aus englischen und walisischen Spielern. Schotten und Nordiren suchte man im Olympia-Kader dagegen vergeblich.

Entscheidung bei den Frauen steht noch aus

Wie es allerdings mit dem britischen Frauen-Team in den nächsten Jahren weitergeht und ob es ein erneutes Auftreten in Rio geben wird, scheint noch nicht entschieden zu sein. Der Generalsekretär des englischen Fußball-Verbandes Horne äußerte zu diesem Thema nur ein lapidares „Wir werden noch darüber sprechen.“ Spätestens bis zum Start der offiziellen Qualifikation für Brasilien 2016 wird also eine Entscheidung fallen. Eine Tendenz ist, jedenfalls was den Frauen-Fußball angeht, noch nicht wirklich zu erkennen. Dies mag auch daran liegen, dass nach wie vor das Interesse am Männer-Fußball ungleich höher und die dafür zu treffenden Entscheidungen eine größere Brisanz mit sich bringen.

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Anti-Doping-Maßnahmen in der Kritik

Aus den vergangenen Skandalen, wie unter anderem bei der Tour de France, scheint es so, dass die führenden Organisationen, die sich um die Betreuung des Problems Doping kümmern, ratlos sind. Dabei geht es zumeist nicht darum, dass jemand gedopt ist oder hat, sondern darum wie man Doping unattraktiver machen kann, sodass der Sport fairer ist. Nun ergibt sich ein weiteres Problem bei der Kontrolle beziehungsweise Angriffe auf das Dopingkontrollsystem in Deutschland.

Peter Wedde, Frankfurter Professor für Arbeitsrecht und Direkter der Europäischen Akademie für Arbeit hat in einem Gutachten festgestellt, „dass das praktizierte Kontroll- und Meldesystem rechtswidrig ist“, wie er bei der Vorstellung des 156 Seiten umfassenden Gutachten sagte. Natürlich kam Wedde nicht selber auf die Idee, besonders Dopingkontrollen zu überprüfen. Den Auftrag dazu bekam er von der Basketballspielervereinigung Spin. Dabei hieß es, dass Jonas Baer-Hoffmann, Generalsekretär der Spielervereinigung, die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) für ineffektiv, unfair und ebenfalls rechtswidrig.

Mit Unverständnis reagierte man indes bei der nationalen Doping-Agentur, allen voran Lars Mortsiefer, der Nada-Vorstand ist. Er sagte, dass man versuche „so viel Fingerspitzengefühl wie möglich“ aufzubringen, so dass man Doping einschränkt. Jedoch scheinen die Einwände der Spielervereinigung und von Wedde verständlich, schließlich fehlt es in Deutschland an einer rechtlichen Grundlage, Spieler dazu zu bringen, sich beim Urinieren beobachten zu lassen und festzulegen, dass die Sportler für eine Stunde des Tages ihren Aufenthaltsort angeben. So werden die Grundrechte der Spieler und Sportler verletzt.

Nun soll es in den nächsten Monaten zu einem Dialog zwischen den Spielervereinigungen und der Nada kommen, damit man zusammen zu einer gemeinsamen Lösung gelangen kann. Schließlich kann es durchaus passieren, dass Spieler die Probe bzw. deren Richtlinien verweigern. Um zu verhindern, dass dieses Prinzip Schule machen würde, trifft man sich zum Gespräch. Allerdings scheint es unwahrscheinlich, dass ein Spieler die Richtlinien der Nada nicht akzeptiert. Schließlich würde er dann seine Karriere auf das Spiel setzen.

Karl-Heinz Rummenigge: Fifa ist ein Korruptionsstadl

Karl-Heinz Rummenigge, Foto: maxiaurelius_flickr

Der Bayern Boss, Karl-Heinz Rummenigge, bezeichnet die Fifa einen Korruptionsstadt und kritisiert den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Sicherlich verfolgt Rummenigge damit auch eigenes Interesse.

Mit seiner Aussage löste der Vorstandschef des FC Bayern München eine Debatte um das Fussballfunktionärswesen in Deutschland aus. Der Theo Zwanziger wurde erst neulich in die Fifa-Exekutive gewählt. Zwanziger steht eindeutig auf der Seite von Blatter, was Rummenigge nun als nicht “sehr klug” bezeichnet. Weiterhin kommentierte er “Blatter stets zu verteidigen, obwohl die ganze Welt weiß, wie es wirklich ist.”

Bisher hatte Zwanziger überwiegend positive Stimmen für seine Politik erhalten. So eine harsche Kritik war noch nie in der Öffentlichkeit zu hören. Zwanziger zeigt sich wie immer dünnhäutig. Der Funktionär, der gerade es Franz Beckenbauer als deutschen Vertreter abgelöst hatte, antwortete: “Ich finde es befremdlich, dass nach Uli Hoeneß nun auch Karl-Heinz Rummenigge in dieser Sache den Weg über die Öffentlichkeit sucht, statt zunächst einmal persönlich mit mir zu sprechen.” Die ihm gegenüberliegenden Vorwürfe bezeichnete der DFB-Präsident als “nicht nachvollziehbar”.

Rummenigge scheint aber nicht den Streit bei Seite legen zu wollen. Er griff erneut Zwanziger an: “Ich werde es nicht länger akzeptieren, dass uns Menschen führen, die nicht ernsthaft und sauber arbeiten”, hieß es bei einem Interview mit der englischen Tageszeitung “The Guardian”. Auf die Taten nach seinen Aussagen lässt Rummenigge warten. Es wird auch kaum möglich sein.

Franz Beckenbauer wusste es in seiner Position sofort. Theo Zwanziger ist gerade dabei anhand von einigen Erfahrung zu merken, dass eine Revolution der Fifa nicht möglich sein wird. Rummenigge ist zudem ein Außenstehender, der Blatter kaum stürzen wird können. Die Fifa hat sich eben von der normalen Fussballweit entfernt, und so etwas wie Harmonie in den geschlosenen Reihen muss die Besatzung der Fifa wohl in den örtlichen Kleinanzeigen neu bestellen.

 

Schlecht besuchtes Tennis-Turnier

Die goldenen Zeiten des deutschen Tennis sind vorbei. Zeiten in denen sowohl die Männer als auch die Frauen überzeugten. Man denkt mit Ehrfurcht an das Jahr 1989 zurück, als Boris Becker und Steffi Graf beide das Wimbledon Turnier gewannen und somit das Double nach Deutschland holten. Nun kennt man Boris Becker nur noch aus diversen TV-Formaten und seinen ganzen Frauen Geschichten.

Tennis / State Records NSW

Wie es aussieht werden solche goldene Zeiten auch nicht so schnell wieder kommen. Bestes Beispiel ist das von Michael Stich jährlich organisierte Turnier in Rothenbaum bei Hamburg. So waren die deutschen Teilnehmer schon besser als in den letzten Jahren und erreichten alle das Achtelfinale. Der beste Deutsche Spieler Florian Mayer erreichte sogar das Viertelfinale. Jedoch beginnt de Erfolg eines Sports nicht auf dem Platz, sondern bei den Unterstützern. So strich Hamburg die eigentlich versprochenen 200 000 Euro für das Turnier. Außerdem war das Stadion recht leer, was für eine nicht ganz schöne Kulisse sorgte. Gut am Finaltag war auch ein wirklich schlechtes Wetter. So war dieser Julisonntag mit seinen 15 Grad und Nieselregen auch noch der schlechteste in der Wetteraufzeichnung. Doch bei den anderen Spielen war auch nicht viel mehr los. So wurde das Stadion bereits von 13 000 auf 7 000 Plätze reduziert, da Stich selbst sagt, dass man so ein großes Stadion in absehbarer Zeit in Deutschland nicht mehr füllen wird. Denn selbst vor ein paar Jahren als sich hier Nadal und Federer im Finale standen war das Stadion nicht voll.

Immerhin erwies es sich als beliebte Maßnahme die Nebenfelder zu öffnen und den Fans somit freien Eintritt dorthin zu gewähren. Dort waren die Ränge voller und belebter, was auch den Spielern zu Gute kam, da es vor vollen Rängen einfach viel mehr Spaß macht zu spielen.

 

Sportförderung in Deutschland

Deutschland kann was seine sportlichen Leistungen bei Wettkämpfen angeht insgesamt recht zufrieden sein. So findet man die Deutschen selten ganz hinten im Feld. Bei vielen Sachen mischen sie vorne mit und einigen Disziplinen sind wirklich Weltklasse und kämpfen um die Goldmedaille. Aus nationaler Sicht herrscht dort also volle Zufriedenheit. So aber nicht aus Sicht der Verbände. Was die Fördergelder angeht, so fühlt sich jeder irgendwie benachteiligt. Denn jeder Sport bzw. jeder Verband wird vom DOSB (welcher 2006 aus dem Deutschen Sportbund und dem Nationalen Olympischen Komitee entstand) mit verschiedenen Fördermitteln gefördert. So heimst der Turnerverband einen Großteil ein, während für die neuen olympischen Sportarten wie Rugby oder Golf kaum noch etwas übrig bleibt.

Was am meisten kritisiert wird ist dabei die Tatsache, dass die “Zielvereinbarungen” zwischen dem DOSB und den olympischen Spitzenverbänden geheim gehalten werden. Somit ist keinem klar, wofür welcher Verband welches Geld bekommt und für welche Leistungen er noch zusätzliches Geld bekommen könnte. So sind die Verantwortlichen aber auch gar nicht erpicht darauf, dass mehr Transparenz entsteht. Man befürchtet große Streitereien und Neider der kleineren Verbände auf die großen Verbände. Dies möchte man mit den Geheimhaltungen unter anderem erreichen. Aber auch der Druck von den Sportlern soll genommen werden. Wenn beispielsweise bekannt wird, dass die Hürdenläufer mit so und so viel Geld gefördert worden sind und dann bei den olympischen Spielen antreten erwartet man einen Platz unter den Medaillen. Wenn sie das nicht leisten können stehen sie sofort in der Kritik. Nicht nur wegen der sportlichen Leistung, sondern vor allem wegen der Leistung im Vergleich mit der finanziellen Förderung.

So bleibt abzuwarten wie sich das ganze entwickelt und ob es eine demokratischere Lösung geben wird als die jetzige, sodass auch kleinere Verbände erfolgreicher werden können.