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Magdalena Neuner will Neues wagen
Biathlon © Stephi - Fotolia.com
Mit 24 Jahren verabschiedet sich die Biathletin Magdalena Neuner vom Wintersport. Nach der diesjährigen Weltcup-Saison wird sie die Karriere an den Nagel hängen. Nach außen strahlte ‘Lena’ voller Lebensfreude, als sie am vergangen Samstag einen Sieg davon trug.
Kaum jemand, außer ihre Vertrauten, die Teamkollegen und Trainer wussten etwas von ihrem Vorhaben. Doch ‘Lena’ plante bereits seit Monaten ihren Ausstieg und wartete auf den richtigen Moment. Die schwierige Aufgabe war die Bindung der Sponsoren an Magdalena Neuner bis zum Ende des Olympia-Zyklus 2014. Den ab dem nächsten März 2012 wird sie ihre Ski zur Seite legen. Die Biathletin Magdalena Neuner machte kein Drama aus ihrem Ausstieg aus dem Profisport. Sie schrieb einen Eintrag auf ihre Homepage, den sie an ihre Fans richtete.
Weshalb Magdalena Neuner aufhört, ist noch unklar, doch sie scheint sich 100 Prozent sicher zu sein, denn sie teilte mit ‘die Zeit wäre reif für eine Veränderung’. Sowohl der Frauen-Bundestrainer Ricco Groß als auch ihre Kolleginnen versuchten sie umzustimmen, ohne Erfolg; sie bleibt bei ihrer Entscheidung.
Die Vermutung, Magdalena wäre ausgebrannt kann nicht belegt werden. Ihre Leistung war und ist gut, sie strahlt offen in die Medien und sonst spricht nicht für diese Vermutung. Doch wie jeder junge Erwachsene, der Zeit seines Lebens Leistungssport betreibt, könnte es sehr gut sein, dass sich die Biathletin nach etwas mehr Ruhe und Freizeit sehnt und das ist auch nur verständlich.
Was sie nach dem Beenden ihrer Karriere nun machen möchte, das ist noch unklar. Die Schule besuchte sie lediglich bis zur Mittleren Reife. Danach arbeitete sie beim Zoll und konzentrierte sich auf ihre Wintersportkarriere. Doch wer genau hinhört, der könnte vermuten, dass hinter der immer lächelnden Magdalena auch ein nachdenklicher Mensch steckt. Was auch immer die Powerfrau machen wird, sie wird es bestimmt schaffen.
Mach es noch einmal, Birgit!

Birgit Fischer von insm/Flickr.com
Birgit Fischer in die Kanufahrerin schlechthin in Deutschland. Mittlerweile ist sie 49 Jahre alt und gehört zum alten Eisen. Denkste! Denn immerhin plant sie ein Comeback. Um genauer zu sagen schon das vierte. Denn immer wieder verkündete Birgit ihren Rücktritt vom Rücktritt. Was war dann die Folge? Immer wieder gewann sie Gold und überzeugte somit jeden einzelnen Kritiker und stemmte wirklich eine Mammutaufgabe in diesem Alter. So wird sie nun bei den nächsten olympischen Spielen schon 50 Jahre alt sein. Natürlich hoffen alle, dass sie auch dort wieder überzeugt und das Edelmetall mit nach Hause bringt. Selbst wenn es dann nur Silber und nicht Gold werden würde, wäre wahrscheinlich niemand enttäuscht sondern wirklich stolz auf sie. Außer sie selbst vielleicht.
Doch erst einmal muss die Ruderin es schaffen ins deutsche Nationalteam zu kommen, was nun wirklich keine leichte Aufgabe ist. Dort befinden sich wirklich starke Ruderinnen welche gerade bei der WM in Ungarn immerhin Silber für sich beanspruchen durften und überzeugten. Doch wenn Birgit Fischer ihr Comeback ankündigt dann macht sie ernst. Das hat sie in den letzten Jahren bewiesen und so wird sie auch dieses Jahr wieder sehr hart arbeiten und trainieren. Denn nicht nur aufgrund der Konkurrenz, sondern auch wegen ihrem fortgeschritten Alter wird es das härteste Comeback, was sie je unternommen hat.
Auch ihre Nichte Fanny könnte vielleicht ein Comeback starten. Diese befindet sich aus Motivationsgründen zurzeit in einer Pause und wollte nicht verkünden wie lange diese dauern sollte. Doch da nun ihre Tante wieder zurückkommt könnte das vielleicht Motivation genug für die Olympiasiegerin von 2008 sein, sodass man vielleicht Tante und Nichte bald wieder zusammen in einem Zweier bewundern und anfeuern kann.
Schwimm-WM 2011
Kaum ein sportliches Ereignis wurde in den letzten Jahren von so vielen Schreckensnachrichten überschattet wie die Schwimm-WM in Shanghai. Die Nachricht vom plötzlichen Tod Amy Winehouses, Bombenanschläge in Oslo, das furchtbare Attentat auf Jugendliche auf einer norwegischen Ferieninsel. Als ob er der Welt zeigen wolle, dass sich die Norweger dennoch nicht unterkriegen lassen, legte Dale Oen beim Finale über 100 Meter Brust eine weltrekordsnahe Leistung hin: er schwamm die Strecke in nur 58,71 Sekunden. Der 26-jährige, der bereits Olympia-Silber holte, schien sowohl bei der Siegerehrung als auch in zahlreichen Interviews sehr ergriffen. Es war ihm anzumerken, dass er mühsam um Fassung rang. Er selbst schilderte das Erleben dieser Tage als sehr belastend, denn alles habe ihn „an zu Hause“ erinnert. Um dem Team die seelische Belastung zu nehmen, waren im Umfeld der norwegischen Schwimmer viele klärende Gespräche geführt worden. Oen dankte dem gesamten Mitgliedsstab für die große Unterstützung. „Dennoch denkt man immer an daheim, es bleibt schwer“, so der norwegische Schwimmer. Oen betonte in mehreren Interviews, dass man trotz aller Tragödie weitermachen müsse, damit es „diesem Kerl nicht gelinge, die Zukunft Norwegens zu ruinieren“.

Schwimmen / Michael Lokner
Den zweiten Platz im 100- Meter Brustschwimmern belegte der Italiener Fabio Scozzoli, Dritter wurde der Südafrikaner Cameron van der Burgh. Die deutschen Schwimmer Hendrik Feldwehr und Christian vom Lehm waren beide im Halbfinale bzw. im Vorlauf ausgeschieden.
Auch in anderen Disziplinen hatten die Deutschen diesmal wenig Glück: beim 50 Meter Schmetterling wurde Steffen Deibler nur Sechster, was den Hamburger, der einen Medaillenrang nur um 0,2 Sekunden verpasste, schwer enttäuschte. Den Sieg trug der höchst kontrovers diskutierte Olympiasieger Cesar Cielo davon. Der Brasilianer war erst in der vergangenen Woche nach einer positiven Dopingprobe zum Start zugelassen worden.
Heimpleite für Vettel
Es sollte Vettels erster Sieg vor heimischer Kulisse werden. Doch leider reichte es am Ende nicht einmal zu einem Podiumsplatz. Vettel landete auf Platz 4. Sein Kollege Mark Webber, von Pole Position gestartet, erreichte nur Platz 3 im Rennen. Somit ist dies das schlechteste Ergebnis der Saison für Red Bull. Aber auch für Vettel, der in dieser Saison auf dem Podium noch nicht einmal gefehlt hat.
So sagte Vettel nach dem Rennen, dass die Konkurrenz einfach sehr stark aufgeholt hätte und der vierte Platz das Maximum war, was er erreichen konnte. So gewann das Rennen im Mercedes Lewis Hamilton, dicht gefolgt von Fernando Alonso im Ferrari. So musste sich Vettel auch schon böse Kommentare von Kritikern anhören. Unter anderem, dass Vettel nur aus der ersten Reihe gewinnen könne, wenn er also beim Start schon vorne anfängt. Tatsächlich zeigt die Statistik, dass Vettel fast alle Rennen die er gewann aus der ersten Startreihe begann. Jedoch muss man auf der anderen Seite sagen, dass Vettel den Großteil seiner Rennen auch aus der ersten Reihe startete und somit auch im Qualifying zeigte, ob ihm die Strecke liegt oder nicht.
Und einmal ganz ehrlich: Nach diesem Ergebnis kann man doch nicht wirklich ernsthafte Kritik an Vettel oder Red-Bull üben. Immerhin ist der dritte und vierte Platz als schlechtestes Ergebnis doch nun wirklich ein Luxus-Problem. So hat Red-Bull in der Konstrukteurswertung seinen Vorsprung sogar ausgebaut. Und selbst in der Fahrerwertung hat Vettel bei noch bleibenden 9 Rennen 77 Punkte Vorsprung auf seine Verfolger. Das heißt selbst wenn ein anderer Fahrer alle restlichen Rennen gewinnt genügen Vettel auch noch vier 3. Plätze und fünf 2. Plätze. Und selbst dieses Szenario ist unwahrscheinlich, da sich die Verfolger gegenseitig die Punkte klauen.
Also liebe Kritiker: Ein vierter Platz ist wirklich kein schlechtes Ergebnis!

Sebastian Vettel, Foto: cerdolfo_flickr
Schlecht besuchtes Tennis-Turnier
Die goldenen Zeiten des deutschen Tennis sind vorbei. Zeiten in denen sowohl die Männer als auch die Frauen überzeugten. Man denkt mit Ehrfurcht an das Jahr 1989 zurück, als Boris Becker und Steffi Graf beide das Wimbledon Turnier gewannen und somit das Double nach Deutschland holten. Nun kennt man Boris Becker nur noch aus diversen TV-Formaten und seinen ganzen Frauen Geschichten.

Tennis / State Records NSW
Wie es aussieht werden solche goldene Zeiten auch nicht so schnell wieder kommen. Bestes Beispiel ist das von Michael Stich jährlich organisierte Turnier in Rothenbaum bei Hamburg. So waren die deutschen Teilnehmer schon besser als in den letzten Jahren und erreichten alle das Achtelfinale. Der beste Deutsche Spieler Florian Mayer erreichte sogar das Viertelfinale. Jedoch beginnt de Erfolg eines Sports nicht auf dem Platz, sondern bei den Unterstützern. So strich Hamburg die eigentlich versprochenen 200 000 Euro für das Turnier. Außerdem war das Stadion recht leer, was für eine nicht ganz schöne Kulisse sorgte. Gut am Finaltag war auch ein wirklich schlechtes Wetter. So war dieser Julisonntag mit seinen 15 Grad und Nieselregen auch noch der schlechteste in der Wetteraufzeichnung. Doch bei den anderen Spielen war auch nicht viel mehr los. So wurde das Stadion bereits von 13 000 auf 7 000 Plätze reduziert, da Stich selbst sagt, dass man so ein großes Stadion in absehbarer Zeit in Deutschland nicht mehr füllen wird. Denn selbst vor ein paar Jahren als sich hier Nadal und Federer im Finale standen war das Stadion nicht voll.
Immerhin erwies es sich als beliebte Maßnahme die Nebenfelder zu öffnen und den Fans somit freien Eintritt dorthin zu gewähren. Dort waren die Ränge voller und belebter, was auch den Spielern zu Gute kam, da es vor vollen Rängen einfach viel mehr Spaß macht zu spielen.
Sportförderung in Deutschland
Deutschland kann was seine sportlichen Leistungen bei Wettkämpfen angeht insgesamt recht zufrieden sein. So findet man die Deutschen selten ganz hinten im Feld. Bei vielen Sachen mischen sie vorne mit und einigen Disziplinen sind wirklich Weltklasse und kämpfen um die Goldmedaille. Aus nationaler Sicht herrscht dort also volle Zufriedenheit. So aber nicht aus Sicht der Verbände. Was die Fördergelder angeht, so fühlt sich jeder irgendwie benachteiligt. Denn jeder Sport bzw. jeder Verband wird vom DOSB (welcher 2006 aus dem Deutschen Sportbund und dem Nationalen Olympischen Komitee entstand) mit verschiedenen Fördermitteln gefördert. So heimst der Turnerverband einen Großteil ein, während für die neuen olympischen Sportarten wie Rugby oder Golf kaum noch etwas übrig bleibt.
Was am meisten kritisiert wird ist dabei die Tatsache, dass die “Zielvereinbarungen” zwischen dem DOSB und den olympischen Spitzenverbänden geheim gehalten werden. Somit ist keinem klar, wofür welcher Verband welches Geld bekommt und für welche Leistungen er noch zusätzliches Geld bekommen könnte. So sind die Verantwortlichen aber auch gar nicht erpicht darauf, dass mehr Transparenz entsteht. Man befürchtet große Streitereien und Neider der kleineren Verbände auf die großen Verbände. Dies möchte man mit den Geheimhaltungen unter anderem erreichen. Aber auch der Druck von den Sportlern soll genommen werden. Wenn beispielsweise bekannt wird, dass die Hürdenläufer mit so und so viel Geld gefördert worden sind und dann bei den olympischen Spielen antreten erwartet man einen Platz unter den Medaillen. Wenn sie das nicht leisten können stehen sie sofort in der Kritik. Nicht nur wegen der sportlichen Leistung, sondern vor allem wegen der Leistung im Vergleich mit der finanziellen Förderung.
So bleibt abzuwarten wie sich das ganze entwickelt und ob es eine demokratischere Lösung geben wird als die jetzige, sodass auch kleinere Verbände erfolgreicher werden können.
Der Fifa- Korruptionsskandal
Mohamed bin Hammam wurde für eine lebenslange Sperre für den Fussballverband verurteilt. Hammam wurde zuvor wegen des Korruptionsskandals des Weltfussball-Verbandes von der Fifa-Ethikkommision angeklagt. Das Urteil soll allerdings erneut angefochten werden.
Mohamed bin Hammam war der ehemalige Fifa-Präsidentschaftskandidat aus Katar bis die Korruptionsaffäre ans Licht kam. Hammam wurde für den Vorwurf Anfang Mai die Funktionäre der karibischen Fussball-Union mit Geldgeschenken in Höhe von jeweils 40.000 Dollar versucht zu bestechen, als schuldig gesprochen worden. Der 62-Jährige wird in der Schweiz Einspruch einlegen.
Das Ethik-Komitee las sein Urteil nach einer zweitägigen Anhörung im Fifa-Hauptquartier in Zürich vor: “Mohamed bin Hammam wird hiermit auf Lebenszeit untersagt, an Aktivität auf nationaler oder internationaler Ebene teilzunehmen, die den Fussball betreffen.” Damit könnte der ehemalige Präsident der Asiatischen Fussball-Konföderation nicht mal Fussball auf der untersten Ebene organisieren. Nach 15 Jahren in der Fifa-Exekutive verliert Hammam alle seine Privilegien. Hammam war seit 1992 in der Fifa-Exekutive und seit 2002 der AFC-Präsident. Er soll als einer der wichtigsten Personen für die Fussball-WM 2022 in Katar gewesen sein, obwohl er nicht im Bewerbungskomitee war.
Zuvor wurden bereits andere Korruptionsaffären ans Licht geführt. Debbie Minguell und Jason Sylvester, beide CFU-Mitglieder, wurden ebenfalls wegen Bestechungsversuchen suspendiert – allerdings nur für 1 Jahr. Jack Warner war Fifa-Vize als er in Verbindung mit Hammams Skandal gebracht wurde. Er trat von allen Ämtern mit sofortiger Wirkung zurück und hat sich damit der Strafe seitens Fifa entzogen. Der Amerikaner Chuck Blazer, der an der Geschichte irgendwie beteiligt war, erhielt nur eine Verwarnung. Er habe nämlich im Mai behauptet, dass gegen gewisse CFU-Funktionäre ermittelt wird, obwohl es nicht stimmte.
Hammam jedoch beteuert weiterhin seine Unschuld und will mit allem möglichen juristischen Mitteln gegen das Urteil ankämpfen. Auf seiner Website schreibt Hammam: “Ich bleibe zuversichtlich, dass der Fall und die gegen mich vorliegenden Beweise schwach und unbegründet sind”, und weiter, “Sie sind nichtig und werden vor Gericht keinen Bestand haben.”







