Archiv für 05/2012

Die Kandidaten für Olympia 2020

© Bauer Alex - Fotolia.com

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Madrid, Istanbul, Tokio, Doha und Baku sind die Kandidaten für die olympischen Spiele im Sommer 2020. Alle diese potentiellen Austragungsorte bergen große Risiken – diese zu minimieren ist nun die Aufgabe des Internationalen Olympischen Komitees.

Die spanische Hauptstadt zum Beispiel könnte bald gezwungen sein, ihre Kandidatur zurückzuziehen. Wegen der Rezession auf der iberischen Halbinsel und den begrenzten finanziellen Möglichkeiten des spanischen Staates ist nicht klar, ob die Finanzierung einer Olympiade in Madrid gesichert werden kann.

Der Kandidatur von Istanbul als Austragungsort werden grundsätzlich gute Chancen eingeräumt. Die Geschichte der Stadt sowie die Lage zwischen Asien und Europa machen sie interessant in einer Zeit, in der sich das Olympische Komitee nach Orten umsieht, welche als Tore zu Schwellen- und Entwicklungsländern taugen. Doch die Türken wollen nach Ansicht des IOC zu viel: Sie haben sich auch für die Austragung der Fußball-EM 2020 beworben. Tokio wurde erst als Favorit gehandelt – doch dann kam das Erdbeben und der Tsunami von 2011, und das Land war kurz vor einer atomaren Katastrophe. Manche würden es auch als ungerecht ansehen, zwei Jahre nach den Winterspielen 2018 in Korea auch die Sommerspiele in Ostasien auszutragen.

Dass die Entscheidung auf Doha oder Baku fällt, scheint noch weniger wahrscheinlich. Doha ist die Hauptstadt eines Emirates, welches das IOC seit einem Jahrzehnt äußerst großzügig unterstützt. Wie schon nach der Zusage für die Fußball-WM 2022 würde jedoch die Frage nach der Käuflichkeit der Sport-Events auftauchen. Gegen Baku sprechen die Menschenrechtsverletzungen durch die autokratische Regierung von Aserbaidschan und die noch dürftige Infrastruktur.

Es ist also kein perfekter Kandidat in Sicht. Für das IOC kommt es nun darauf an, an welchem Ort sie die Risiken als am geringsten einschätzt.