Archiv für 10/2011

Die Geschichte der Olympischen Spiele

Das wohl bekannteste Sportfest der Welt sollte jedem ein Begriff sein, doch nur wenige wissen über die genauen Hintergründe der Olympischen Spiele Bescheid. Mehr als 4.000 Jahre reicht diese Tradition zurück – bis ins antike Griechenland. Die erste gut erhaltene Siegerliste stammt aus dieser Epoche, genauer dem Jahr 776 vor Christus. Damals wurde gespielt, um die Götter zu besänftigen, heute geht es eher um die Völkersverständigung. Aber auch das berühmte Motto der Römer kann für damals wie heute angewendet werden: Gebt der Bevölkerung Brot und Spiele!

Los ging es mit den Olympischen Spielen auf dem heiligen Berg von Olympia, der auf der Halbinsel Peloponnes liegt. Unter den zahlreichen griechischen Volksfesten, die alle mehr oder minder der Huldigung der vielen Götter dienten, waren die Olympischen Spiele mit Abstand die bedeutendsten. Zunächst gab es nur die Disziplin des Stadionlaufs, der 192,27 Meter lang ging. Der Gewinner dieses Wettlaufs hatte dann die Ehre, das Feuer vor dem Zeus-Tempel zu entfachen und erhielt einen Olivenkranz.

Im Laufe der Jahre kamen immer weitere Disziplinen dazu und die Spiele dauerten folglich immer länger: Diskuswerfen, Weitsprung, Speerwerfen, Ringkampf, Reiten, Pferderennen und Boxen. Bei den Leicht- und Schwerathlektik-Wettbewerben traten übrigens alle Sportler komplett nackt an. Doch nicht nur um Sport ging es damals, die Olympischen Spiele wurden auch als Forum für Politik und Wirtschaft genutzt. Auch Theater und Konzerte gab es. Zuschauen durften nur unverheiratete Männer, die sich nichts hatten zu Schulden kommen lassen: Für Frauen gab es eigene Wettkämpfe, die Heräen. Übrigens wurden damals nur die Sieger geehrt, der zweite oder dritte Platz bedeutete Nichts.

Ungefähr 400 Jahre nach Christi Geburt war erst einmal Schluss mit den Spielen: Der römische Kaiser Theodosius I. empfand die mit den Wettkämpfen verbundene Götter-Huldigung als veraltet und verbot die Spiele. Erst 1896 kam es zur Neuauflage, im Jahr 1924 zum ersten Mal auch zu Olympischen Winterspielen. Bis zum Jahr 1994 fanden jedes Jahr Sommer- wie Winterspiele statt, mittlerweile wechseln sie sich jedes Jahr ab. Heutzutage dauern die Wettkämpfe gut zwei Wochen und umfassen im Sommer 28 Sportarten. Auch ein Wettkampf für behinderte Sportler, die Paralympics, finden seit 1960 regelmäßig statt.