Archiv für 09/2011

Anti-Doping-Maßnahmen in der Kritik

Aus den vergangenen Skandalen, wie unter anderem bei der Tour de France, scheint es so, dass die führenden Organisationen, die sich um die Betreuung des Problems Doping kümmern, ratlos sind. Dabei geht es zumeist nicht darum, dass jemand gedopt ist oder hat, sondern darum wie man Doping unattraktiver machen kann, sodass der Sport fairer ist. Nun ergibt sich ein weiteres Problem bei der Kontrolle beziehungsweise Angriffe auf das Dopingkontrollsystem in Deutschland.

Peter Wedde, Frankfurter Professor für Arbeitsrecht und Direkter der Europäischen Akademie für Arbeit hat in einem Gutachten festgestellt, „dass das praktizierte Kontroll- und Meldesystem rechtswidrig ist“, wie er bei der Vorstellung des 156 Seiten umfassenden Gutachten sagte. Natürlich kam Wedde nicht selber auf die Idee, besonders Dopingkontrollen zu überprüfen. Den Auftrag dazu bekam er von der Basketballspielervereinigung Spin. Dabei hieß es, dass Jonas Baer-Hoffmann, Generalsekretär der Spielervereinigung, die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) für ineffektiv, unfair und ebenfalls rechtswidrig.

Mit Unverständnis reagierte man indes bei der nationalen Doping-Agentur, allen voran Lars Mortsiefer, der Nada-Vorstand ist. Er sagte, dass man versuche „so viel Fingerspitzengefühl wie möglich“ aufzubringen, so dass man Doping einschränkt. Jedoch scheinen die Einwände der Spielervereinigung und von Wedde verständlich, schließlich fehlt es in Deutschland an einer rechtlichen Grundlage, Spieler dazu zu bringen, sich beim Urinieren beobachten zu lassen und festzulegen, dass die Sportler für eine Stunde des Tages ihren Aufenthaltsort angeben. So werden die Grundrechte der Spieler und Sportler verletzt.

Nun soll es in den nächsten Monaten zu einem Dialog zwischen den Spielervereinigungen und der Nada kommen, damit man zusammen zu einer gemeinsamen Lösung gelangen kann. Schließlich kann es durchaus passieren, dass Spieler die Probe bzw. deren Richtlinien verweigern. Um zu verhindern, dass dieses Prinzip Schule machen würde, trifft man sich zum Gespräch. Allerdings scheint es unwahrscheinlich, dass ein Spieler die Richtlinien der Nada nicht akzeptiert. Schließlich würde er dann seine Karriere auf das Spiel setzen.